Leben mit Trauer

In der Trauerbegleitung ist ein telefonischer Kontakt und persönliche Gespräche unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln möglich. Auch ein Beratungsbesuch in unseren Geschäftsräumen ist möglich und erwünscht. Wir sind für Sie da und hören Ihnen zu (Stand 03/2021).

Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. (Matthäus 5,4)

Niemals geht man so ganz,

Irgendwas von mir bleibt hier

Es hat seinen Platz immer bei Dir.

Zeile aus dem Lied "Niemals geht man so ganz" von Trude Herr  (* 4. Mai 1927 in Köln; † 16. März 1991 in Lauris bei Aix-en-Provence in Frankreich) Sie war eine deutsche Schauspielerin, Schlagersängerin und Theaterdirektorin. 

 

Hier finden Sie sorgfältig ausgewählte Texte und Bilder, mit denen wir Sie "liebevoll berühren" und Ihnen zeigen möchten, dass Sie mit diesem tiefen Schmerz nicht allein sind.

Und wir möchten Ihnen wieder Mut und Hoffnung geben...auf LEBEN. AUF IHR LEBEN- SO WIE ES JETZT IST.

Gibt es ein Danach für uns Lebende? Ein JA zum Leben nach dem Verlust eines über alles geliebten Menschen?

Trauer ist eine tiefe, schmerzende Wunde, es fühlt sich nach dem Tod oder Verlust eines geliebten Menschen an als ob ein Körperteil fehlt. Wenn ein Kind stirbt, sterben die Eltern innerlich gleich mit. Das eigene Leben scheint schlagartig zu Ende zu sein. Zu Beginn ist es wie durch einen dichten grauen Nebel zu irren, alles ist nur schmerzvoll, grau, trostlos. Oft vermag kein Lichtstrahl diesen Nebel zu durchdringen.

Und Trost lässt sich Zeit, mitunter sehr viel Zeit. Der Weg zurück in eine "Form des Alltags" ist lang. 

Mit Achtsamkeit und eigener Fürsorge, die es oft erst zu lernen gilt, möchte die schmerzende Wunde versorgt werden. Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh drückt es in seinem Buch „Das Glück einen Baum zu umarmen“ so aus:

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt.

Erst wenn wir es schaffen, den Schmerz wirklich anzuschauen, die tiefe Wunde zu versorgen, kann Heilung einsetzen. Und - Trauer ist bereits Heilung. Auch die mit der Trauer verbundenen Emotionen wie Tränen, Angst, Wut, Ohnmacht, das Gefühl "zurück gelassen zu sein" sind Begleiter auf dem Weg der Heilung, wenn wir es schaffen, sie zuzulassen - sie "sein zu lassen". Niemand kann uns vorschreiben oder beurteilen auf welche Art, wie lange und wie intensiv wir trauern. Es gibt kein richtig, es gibt kein falsch. Es ist unser ganz eigener, individueller Weg. Mitunter hört Trauer auch nicht auf, verändert sich aber. Sie zu durchleben braucht Mut und die Bereitschaft zu fühlen, was immer auch kommen mag. Heilsam sind dabei Begegnungen mit Menschen, die uns mögen. Allein mitfühlendes Zuhören durch einen Menschen, der uns und unserer Trauer Raum und Zeit gibt, kann Schmerz lindern. Wir brauchen in unserer Trauer Menschen, die tröstende Worte finden, unser Herz berühren, uns einen neuen Horizont eröffnen und einen festen Stand ermöglichen in der Sinnlosigkeit, die ein Verlust erst einmal verursacht. 

Auch unser Glaube hilft uns. Unser Glaube, dass Gott nicht über dem Leiden steht, sondern mittendrin und uns in all unseren Trostlosigkeiten, unserem Kummer versteht. Er weiß um unser Leid und geht in unsere Tiefen mit.

Zugvögel

Am Anfang der Fastenzeit zogen wieder zahlreich Kranich-Schwärme über unsere Stadt.
Ihre Rufe holen mich jedes Mal aus meinem täglichen Tun,
lassen mich innehalten.
Und wenn ich die Möglichkeit habe,
schaue ich aus dem Fenster oder trete vor die Türe und blicke nach 
oben.
Sie lassen eine Sehnsucht in mir aufsteigen.
Ich glaube, es ist der Wunsch aus den alltäglichen Wichtigkeiten 
herausgehoben zu werden,
mitzufliegen in ein Land, in dem sie dem Leben einen neuen Anfang geben.

Sind die Kraniche nicht ein wunderbares Gleichnis für uns auf dem 
Weg zu Ostern,
unsere Seelen zu weiten,
um sich von den Winden des göttlichen Atems,
in das verheißene Land tragen zu lassen?
Sich von den Fesseln der Schwere, der Lasten und Nöte zu befreien 
in eine Wirklichkeit, die den Tod nicht kennt?

Axel Krause, März 2021

Was ist Liebe?

Bertold Brecht sagte: Liebe ist der Wunsch etwas zu geben nicht zu erhalten.

Für mich ist Liebe immer da, überall. Sie ist bedingungslos, ohne Wertung, ohne Anspruch, ohne Bedürfnis, das ist die Schönheit der Liebe. Damit Beziehungen und Liebe aufblühen können, müssen wir offen und verletzlich sein und bleiben. Es gibt viele Menschen, die das nicht können oder wollen. Sie versuchen sich abzuschirmen, sich zu schützen, weil sie sich nicht sicher sind. Das Leben ist unsicher, es ist ein ständiger Wandel - wie ein Fluss. Er ist nie gleich. Mal ist er rauh, dunkel, reißt uns mit, dann wieder sanft und leise plätschernd, klar und der Grund ist zu sehen. Wir bewegen uns alle im Fluss des Lebens, erleben Freude und Leid, Verlust und Trauer, Schmerz, Enttäuschung, Hoffnung. Es ist wichtig, dass wir uns nicht verschließen, uns zu jeder Sekunde öffnen und berührbar bleiben. Es geht um Hingabe, rückhaltloses Sichhingeben an jemanden, an etwas, das Leben und um Mut, die Dinge so zu tun, die Begegnungen so zu leben, als wäre es das erste oder auch das letzte Mal.

Liebe braucht nicht, sie ist da, sie ist einfach.

Worte einer Trauernden

Werden wir uns nach dem Leben wiedersehen?

Die Liebe ist es, die bleibt. Wie sollten wir das verstehen, wenn wir in einem Abgrund von Bewusstlosigkeit untergingen? Wenn die Liebe bleibt, gibt es ein Erkennen und vielleicht wird dieses Erkennen der Liebenden klarer und tiefer sein als auf dieser Erde. Die Begegnung freilich, die alles verwandeln wird, ist die mit Gott und in ihr wird sich wandeln, was hier war. Nur die Liebe- das gilt- wird bleiben.

Jörg Zink (*22.11.1922 in Elm, † 9.09.2016 in Stuttgart) war ein deutscher evangelischer Theologe, Publizist und Friedensaktivist.

Prayer of protection / Das Schutzgebet

The Universal Presence
The Light of God surrounds us;
The Love of God enfolds us;
The Power of God protects us;
The Presence of God watches over us.
Wherever we are. God is.
And all is well.

Das Licht Gottes umgibt uns;
Die Liebe Gottes umhüllt uns;
Die Kraft Gottes beschützt uns;
Die Gegenwart Gottes wacht über uns;
Wo immer wir sind, ist Gott!
Und alles ist gut.

Das Gewebe des Lebens

Solange man sich in seiner Trauer, seinem Schmerz, seiner Verzweiflung vom Rest der Welt abgeschnitten fühlt, kann es sein, dass man meint, nie wieder daraus aufzutauchen. Wenn man aber weiß, dass dieser Schmerz, die Trauer, das Loslassen uns alle betrifft, hilft dies auf besondere Weise. Wir sind alle im „Gewebe des Lebens“ miteinander verbunden, nichts ist stärker als die „liebende Kraft der Gemeinschaft“, das „Miteinander-Schwingen“ in liebevoller Achtsamkeit. 

Der kambodschanische Mönch Maha Ghosananda war einer der führenden Lehrer des gegenwärtigen Theravada- Buddhismus in Südostasien und in Kambodscha. Jener mußte in den letzten 30 Jahren eine Phase unvorstellbaren Leids erfahren. Krieg, totalitäre Diktatur, Bürgerkrieg und Terror haben im kambodschanischen Volk fast 2 Mill. Tote hinterlassen. Hass, Verbitterung und Verzweiflung haben die Herzen der Menschen vergiftet. Nur mühsam, mit tragischen Rückschlägen gab es Schritte zum Frieden. Maha Ghosananda, von vielen 'Gandhi Kambodschas' genannt, versuchte den Menschen den Frieden aus der Tiefe ihres Herzens neu zu eröffnen.

Nicht-Handeln ist die Quelle allen Handelns. Ohne Frieden in uns selbst können wir wenig für den Frieden in der Welt tun. Wenn wir Frieden stiften, beginnen wir deshalb mit Stille - mit Meditation und Gebet.

Und er hat den Menschen, die unfassbares Leid ertragen mussten, gesagt:

Wenn wir unser Leiden teilen können, vergessen wir, dass es „unser eigenes“ ist, dass wir „hier“ und „sie“ dort sind. Wir lernen, dass es uns alle betrifft.

Von einer Trauernden (anonym)

Ich denke sehr an dich.

Ich denke an die Stunde,

als wir, es ist schon einige Tag her,

am offenen Grab standen und vom Liebsten,

das du hattest, Abschied nahmen.

Seither geht mir manches durch Kopf und Herz,

das ich damals nicht gesagt habe,

weil ohnehin alles zu viel war.

 

Nun wird es einsam um dich.

Von den Freunden geht jeder seinen Weg.

Vielleicht ist es nun die Zeit dir zu schreiben.

Denn ich möchte gerne dann und wann

Ein paar Schritte gehen mit dir,

wenn dein Weg besonders unwegsam

vor dir liegt.

 

Diese Einsamkeit kann ich nicht von dir nehmen.

Aber du sollst wissen, dass ich dir nahe bin

In deiner Trauer,

soweit ein Mensch das kann,

bis es, vielleicht einmal, wieder heller wird

für dich.

Jörg Zink aus Trauer hat heilende Kraft.

Jörg Zink (*22.11.1922 in Elm, † 9.09.2016 in Stuttgart) war ein deutscher evangelischer Theologe, Publizist und Friedensaktivist.

Ich ließ meinen Engel lange nicht los

und er verarmte mir in den Armen

und wurde klein, und ich wurde groß:

und auf einmal war ich das Erbarmen,

und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben,

und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;

er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,

und wir haben langsam einander erkannt.

Rainer Maria Rilke (*4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz; eigentlich: René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke) war ein österreichischer Lyriker. 

Geh mit dem Schmerz...

lass ihn dich ganz überschwemmen…öffne deine Hände und deinen Körper für den Schmerz. Er kommt in Wellen wie das Meer. Du musst offen sein wie ein Gefäß, dass am Strand liegt und sich füllen lässt. Dann zieht er sich wieder zurück und lässt dich liegen, leer und klar…Mit einem tiefen Atemzug-der so tief sein muss wie der Schmerz-erlangt man die innere Freiheit von Schmerz, als wäre der Schmerz nicht deiner, sondern einfach nur der deines Körpers. Der Geist legt den Körper auf den Altar. 


Anne Morrow Lindbergh - bei der Geburt ihres Kindes 
Anne Morrow Lindbergh (* 22. Juni 1906 in Englewood, New Jersey als Anne Spencer Morrow; † 7. Februar 2001 in Vermont) war die Ehefrau, Kopilotin und Navigatorin von Charles A. Lindbergh sowie Schriftstellerin.

Der Segen der Trauernden

Gesegnet seien alle,
die mir jetzt nicht ausweichen.
Dankbar bin ich für jeden,
der mir einmal zulächelt
und mir seine Hand reicht,
wenn ich mich verlassen fühle.

Gesegnet seien die,
die mich immer noch besuchen,
obwohl sie Angst haben,
etwas Falsches zu sagen.

Gesegnet seien alle,
die mir erlauben
von dem Verstorbenen zu sprechen.
Ich möchte meine Erinnerungen
nicht totschweigen.
Ich suche Menschen,
denen ich mitteilen kann,
was mich bewegt.

Gesegnet seien alle,
die mir zuhören
auch wenn das,
was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.

Gesegnet seien alle,
die mich nicht ändern wollen,
sondern geduldig annehmen,
wie ich jetzt bin.

Gesegnet seien alle,
die mich trösten
und mir zusichern,
dass Gott mich nicht verlassen hat.

Oh Herr, birg du uns alle
in deiner Hand;
Nimm du dich unserer an.
Bei dir bleiben wir -
ganz gleich ob wir noch leben
oder gestorben sind.

Von Marie-Luise Wölfing, deren fünftes Kind an einem Hirntumor starb.

Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut … (1. Mose 1,31a)

What A Wonderful World
I see trees of green, red roses too I see them bloom for me and you and I think to myself, what a wonderful world. 
I see skies of blue and clouds of white the bright blessed day, the dark sacred night and I think to myself, what a wonderful world.
the colors of the rainbow, so pretty in the sky are also on the faces of people going by I see friends shaking hands, saying, "how do you do?" they’re really saying, "I love you" .
I hear babies cry, I watch them grow they’ll learn much more, than I’ll ever know and I think to myself, what a wonderful world.
yes, I think to myself, what a wonderful world. 

Louis Armstrong 

Was für eine wunderbare Welt
Ich sehe Bäume von Grün, auch rote Rosen, ich sehe sie blühen für mich und dich, und ich denke mir, was für eine wunderbare Welt.
Ich sehe Himmel von Blau und Wolken von Weiß den hellen gesegneten Tag, die dunkle heilige Nacht und ich denke mir, was für eine wunderbare Welt.
Die Farben des Regenbogens, so schön am Himmel, sind auch auf den Gesichtern der Menschen, die vorbeigehen. Ich sehe Freunde, die sich die Hände schütteln und sagen: "Wie geht es dir?", sie sagen wirklich: "Ich liebe dich" .
Ich höre Babys weinen, ich sehe sie wachsen, sie werden viel mehr lernen, als ich je wissen werde und ich denke mir, was für eine wunderbare Welt.
Ja, ich denke mir, was für eine wunderbare Welt.

Louis Armstrong (* 4. August 1901 in New Orleans; † 6. Juli 1971 in New York City) war ein amerikanischer Jazztrompeter, Sänger und Schauspieler.

Am Ufer aus gelebter Zeit

Da hüllt mich deine Wärme ein.
Ganz wortlos, voller Zärtlichkeit
Wie hingehauchter Sonnenschein.

Im Meer der Ruhelosigkeit
Mit Wogen auf- und abgeschwommen
Am Ufer aus erkämpfter Zeit
Bin ich nun endlich, endlich angekommen.

Am Ufer aus beschwingter Zeit
Liegt Flimmern in der blauen Luft
Und voller Grenzenlosigkeit
Hör' ich wie mich das Leben ruft.

Ich bin in die Glückseligkeit
Von dir ganz einfach mitgenommen.
Am Ufer aus gelöster Zeit
Bin ich nun endlich, endlich angekommen.

Weit ausgestreckt sind uns're Arme,
Als wär' ein Ziel schon fast erreicht.
Und von der Freiheit sanft getragen
Schweben wir flügelleicht

Am Ufer aus geglückter Zeit
Ein Raum des Lichts, du bist die Tür.
Ich schließ' die Augen, bin bereit,
Ich lebe – und ich ahn', wofür.

Mein Weg zu mir war krumm und weit
Und scheint auch vieles noch verschwommen,
Am Ufer aus erfüllter Zeit
Bin ich nun endlich, endlich angekommen.

Udo Jürgens (* 30. September 1934 in Klagenfurt, Kärnten, Österreich; † 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Thurgau, Schweiz; gebürtig Jürgen Udo Bockelmann, seit Juli 2010 amtlich Udo Jürgens Bockelmann) war ein Komponist, Pianist und Sänger hauptsächlich deutschsprachiger – aber auch (unter anderem) englischsprachiger Lieder.

Du hast mich so reich gemacht, mein Gott,

... lass mich auch mit vollen Händen davon austeilen. Mein Leben ist zu einem ununterbrochenen Zwiegespräch mit dir, mein Gott, geworden, zu einem einzigen großen Zwiegespräch. Wenn ich in einer Ecke des Lagers stehe, die Füße auf deiner Erde, das Gesicht zu deinem Himmel erhoben, dann laufen mir manchmal die Tränen über das Gesicht, entsprungen aus einer inneren Bewegtheit und Dankbarkeit, die nach einem Ausweg sucht. Auch abends, wenn ich im Bett liege und in dir ruhe, mein Gott, rinnen mir manchmal die Tränen der Dankbarkeit übers Gesicht, und das ist mein Gebet.

Ich bin sehr müde, schon seit einigen Tagen, aber auch das wird wieder vorbeigehen, alles verläuft nach einem eigenen, tieferen Rhythmus, und man müsste die Menschen lehren, auf diesen Rhythmus zu horchen, es ist das Wichtigste, was ein Mensch in diesem Leben zu lernen hat.

Ich kämpfe nicht gegen dich, mein Gott, mein Leben ist ein großes Zwiegespräch mit dir. Vielleicht werde ich nie eine große Schriftstellerin, wie ich es eigentlich vorhabe, aber ich fühle mich tief in dir geborgen, mein Gott. Ich möchte zwar manchmal kleine Weisheiten und vibrierende kleine Geschichten in Worte prägen, aber ich komme immer wieder genau auf ein und dasselbe Wort zurück: Gott, darin ist alles enthalten, und dann brauche ich all das andere nicht mehr zu sagen. Und meine ganze schöpferische Kraft setzt sich um in die inneren Zwiegespräche mit dir, der Wellenschlag meines Herzens ist hier breiter und zugleich bewegter und ruhiger geworden, und mir ist, als würde mein innerer Reichtum immer größer. …

Aus "Das denkende Herz", Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943 (geboren am 15. Januar 1914 als Esther Hillesum in Middelburg; gestorben am 30. November 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau). Etty Hillesum war eine niederländisch - jüdische Intellektuelle.

Das Herz

gleicht einem Garten. Es kann Mitgefühl oder Angst, Groll oder Liebe wachsen lassen. Was für Keimlinge willst Du darin anpflanzen?

Jack Kornfield (* 1945) US-Amerikaner, praktizierte viele Jahre den Buddhismus in Thailand, Burma und Indien. Seit 1974 ist er weltweit als Lehrer für die buddhistische Vipassana-Meditation in der Tradition des frühbuddhistischen Theravada aktiv.

Alles wird erkannt

sobald es dem Licht ausgesetzt wird,

und was immer dem Licht ausgesetzt wird,

wird selber zu Licht.

Paulus

O Gott, wir sind eins mit Dir.

... Du hast uns eins gemacht mit Dir. Du hast uns gelehrt, dass, wenn wir offen füreinander sind, Du in uns wohnst. Hilf uns, diese Offenheit zu bewahren und mit ganzem Herzen für sie zu kämpfen. Hilf uns zu erkennen, dass es kein Verständnis geben kann, wo es gegenseitige Ablehnung gibt. O Gott, indem wir einander von ganzem Herzen, voll und ganz annehmen, nehmen wir Dich an, und wir danken Dir, und wir beten Dich an, und wir lieben Dich mit unserem ganzen Wesen, denn unser Wesen ist Dein Wesen, unser Geist ist in Deinem Geist verwurzelt. Erfülle uns also mit Liebe, und lass uns in Liebe verbunden sein, wenn wir unsere verschiedenen Wege gehen, vereint in diesem einen Geist, der Dich in der Welt gegenwärtig macht, und der Dich zum Zeugen der letzten Wirklichkeit macht, die Liebe ist. Die Liebe hat überwunden. Die Liebe ist siegreich. Amen.

von Thomas Feverel Merton (* 31. Januar 1915 in Prades, Département Pyrénées-Orientales; † 10. Dezember 1968 in Bangkok) war ein US-amerikanischer Trappist, Schriftsteller und Mystiker. Schlussworte und Gebet aus einer informellen Ansprache, gehalten in Kalkutta, Indien (Oktober 1968), aus The Asian Journal of Thomas Merton (1975); zitiert in Thomas Merton, Spiritual Master : The Essential Writings (1992), S. 237. 0

Reichtum, Ansehen, alles kann man verlieren

Aber das Glück im eigenen Herzen kann nur verschleiert werden und wird Dich immer, so lange, wie Du lebst, wieder glücklich machen. Versuche auch mal, wenn Du allein und unglücklich oder traurig bist, auf dem Oberboden bei so einem schönen Wetter nach draußen zu schauen. Nicht zu den Häusern und Dächern, sondern zum Himmel. Solange Du furchtlos den Himmel anschauen kannst, so lange weißt Du, dass Du rein bist von innen und dass Du doch wieder glücklich werden kannst.“ – 23. Februar 1944

Aus dem Tagebuch von Anne Frank (* 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main als Anneliese Marie Frank; † Februar oder Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen) 
 

Wir haben Angst

vor dem Tod,

wir haben Angst vor der Trennung,

wir haben Angst vor dem Nichts.

Wenn wir aber tief schauen,

erkennen wir den unaufhörlichen Wandel der Dinge

und verlieren allmählich unsere Angst.


Thich Nhat Hanh (* 11. Oktober 1926 als Nguyễn Xuân Bảo in Thừa Thiên, Zentralvietnam), ist ein vietnamesischer buddhistischer Mönch, Schriftsteller und Lyriker. 

> Unsere Büchertipps für Ratsuchende

Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Publikationen, die uns bei unserer Arbeit weiterhelfen und die wir Ratsuchenden empfehlen können. In unserer Rubrik „Büchertipps“ finden Sie Leseempfehlungen unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Doris Ahrens. Schauen Sie doch einfach mal rein.