Wo ist, oh, Tod dein Sieg (von Klaus Schwope)

Wo ist, oh, Tod dein Sieg (von Klaus Schwope)

Wo ist, oh, Tod dein Sieg

Wo ist, oh, Tod dein Stachel?

(1. Kor. 15.55)

Ich bin die Auferstehung

und das Leben;

Wer an mich glaubt, wird leben, auch, wenn er stirbt.

(Joh. 11,25)

Seit 9 Jahren bin ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Ökumenischen Hospizdienst Leichlingen tätig. Die Begleitungen während dieser Zeit mit ihren Höhen und Tiefen sind für mich persönlich intensiv bereichernd. Ein ganz entscheidender Faktor innerhalb der Zeit mit den sich mir anvertrauenden Menschen spielt dabei mein Glaube an die Frohe Botschaft der Bibel (s.o.). Hierin ist die Auferstehung Jesu Christi die zentrale Aussage, die mir die lebendige Hoffnung gibt über den Tod hinaus!

Es ist mir wichtig diesem Bekenntnis im Alltäglichen wie auch in der Hospizarbeit Ausdruck zu verleihen. Diese Hoffnung auf ein Leben danach möchte ich den Menschen mit deren Einverständnis bekannt machen. Dies kann im Gespräch, der offenen und stillen Fürbitte geschehen, es wird keinerlei Druck ausgeübt.

So durfte ich bei meiner letzten Begleitung für einen Atheisten an seinem Krankenbett beten.

Klaus Schwope

Meine erste Begleitung (von Petra Wodaege)

Meine erste Begleitung (von Petra Wodaege)

Anfang März habe ich Frau X. kennengelernt. Ich begegnete einer starken Frau, die fest in ihrem Glauben verwurzelt war. Sie berichtete mir, dass Gott und Jesus sie ihr Leben lang begleitet haben, in guten wie in schweren Zeiten. Für sie war es wichtig, einen Partner zu finden, mit dem sie ihren Glauben teilen konnte. Frau X. hatte ihn in ihrer Gemeinde gefunden. Sie waren über 50 Jahre verheiratet und mehrfache Urgroßeltern.

Frau X. wußte, dass sie nicht mehr lange zu leben hat.

Bei meinem nächsten Besuch war ich vorbereitet. Ich brachte das Buch mit „Ich geb´ dir einen Engel mit…“ und fragte sie, ob ich ihr eine Geschichte vorlesen soll. Sie antwortete: „Lesen sehr gerne, aber bitte aus der Bibel und ich möchte die Passionsgeschichte hören.“ Ich habe ab diesem Tag bei jedem Besuch die Passionsgeschichte vorgelesen. Es war berührend, wie aufmerksam sie zuhörte und einige Sätze mitsprach. Über die Passionsgeschichte sind wir gut ins Gespräch gekommen über das Leben und das Sterben.

Sie war bereit zu gehen und das im Bewusstsein, „nach Hause“ zu kommen. Sie hatte sich sehr gewünscht, in der Zeit um Ostern zu sterben.

Frau X. ist im Mai 2020 friedlich eingeschlafen. Sie hat mir den Einstieg in die Hospizarbeit leicht gemacht. Ich bin sehr dankbar für diese Begegnung.

Petra Wodaege

Gibt es gutes Sterben?

Gibt es gutes Sterben?

Können wir vertrauensvoller sterben, wenn wir tief im Glauben verankert sind? Bedeutet Glaube an ein Danach, dass ich leichter sterbe, eher loslassen kann? Viele Fragen – letztendlich können wir uns in der Sterbebegleitung immer wieder nur annähern. MIT- Erfahren, MIT- Erleben, MIT- Tragen. Und MIT- unter heilige Momente erleben.

Ich hatte das große Glück, dass ich meinen Vater bis zu seinem letzten Atemzug begleiten durfte. Am Tag vor seinem Tod bat er mich ein Blatt Papier und Bleistift zu holen. In der Nacht zeichnete er, schon sehr geschwächt und unter größter Atemnot, eine Brücke, die über einen Fluss führt, hin zu einer anderen Seite. Mein Vater war, wie ich es auch bin, kirchenfern, doch, so glaube ich, vertrauender Mensch. Das Bild zeigte mir, es gab ein Danach für ihn, ein Ziel. Er ging auf etwas zu. Und er hat mir mitgegeben, dass wir in der Sterbebegleitung auch eine Art Brückenbauer sein können, wenn sich die Grenzen von Körper, Raum und Zeit auflösen, da sein und den letzten Weg eines Menschen eine Weile MIT- Gehen.

Dort werden wir ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben. Das ist es, was am Ende sein wird ohne Ende.

Heiliger Augustinus

Wie viele von uns wissen, was ihre Seele ist?

Wie viele von uns wissen, was ihre Seele ist?

Wie viele von uns sind sich sicher, dass sie eine Seele haben? Ich glaube, dass wir alle in uns selbst fühlen, dass es ein ‘Etwas’ gibt, das wir nicht beschreiben können – ein Etwas, von dem wir fühlen, dass es ewig leben wird.
Niemand von uns erwartet, diesen rein materiellen Körper, so wie wir ihn wahrnehmen, auferstehen zu sehen. Erwarten wir wirklich die Auferstehung des rein materiellen Körpers …?
Edgar Cayce

Die Realität ist, dass Sie für immer trauern werden.

Die Realität ist, dass Sie für immer trauern werden.

Sie werden nicht ‚über‘ den Verlust eines geliebten Menschen hinwegkommen; Sie werden lernen, damit zu leben. Sie werden heilen und Sie werden sich um den erlittenen Verlust herum neu aufbauen. Sie werden wieder ganz sein, aber Sie werden nie wieder derselbe sein. Sie sollten auch nicht mehr derselbe sein, und Sie würden es auch nicht wollen.“

Elizabeth Kübler-Ross