Büchertipps

Hier finden Sie ein Verzeichnis unserer Bibliotheksbücher und wertvolle Lesempfehlungen.
Die Bücher können sich Ratsuchende sehr gerne bei uns ausleihen.

Ratgeber

Hier finden Sie unsere Büchertipps zum Thema Ratgeber AUTOR/-IN BUCH Matthias Thöns Patient ohne Verfügung Barbara Dobrick Wenn die alten Eltern sterben Gertrud Kaufmann-Huber Kinder brauchen Rituale-Leitfaden Harriet S. Schiff Verwaiste Eltern Hannah Lothrop Gute...

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Demenz

Hier finden Sie unsere Büchertipps rund um das Thema Demenz Autor/-in Buch Thomas Klie u.Peter Gaymann Demensch, Texte und Zeichnungen Renate Demski Die kleine Dame Sabine Bode Frieden schließen mit Demenz   Die 40er Jahre/Die 50er Jahre Fotokarten zur Biografiearbeit...

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Sterbebegleitung

Hier finden Sie unsere Büchertipps zum Thema Sterbebegleitung Autor/-in Buch Johann-Christoph Student Sterben, Tod und Trauer Johann-Christoph Student Das Hospiz-Buch Stephan Kostrzewa Was wir noch tun können Merrill Colett Bleibe nahe und tue nichts Hubert Böke...

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Biografien, Erfahrungsberichte, Spiritualität

Hier finden Sie unsere Büchertipps zu den Themen Biografien, Erfahrungsberichte und Spiritualität Autor/-in Buch Herder Die Bibel Hubert Böke Kraft aus meinen Wurzeln Elisabeth Kübler Ross Das Rad des Lebens (Autobiografie)   Interviews mit Sterbenden   Was der Tod...

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Trauer, Trauerhilfe, Verlust

Hier finden Sie unsere Büchertipps zu Trauer, Trauerhilfe und Verlust Autor/-in Buch Anja Frenzel Verwaiste Eltern Helga Ide Wenn Kinder sich das Leben nehmen M.-L. Bödiker / M. Theobald Trauer-Gesichter J. Canacakis / A. Bassfeld Schepers Auf der Suche nach...

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Nach dem Tod

Hier finden Sie unsere Büchertipps rund um das Thema Nach dem Tod Autor/-in Buch Otto W. John - Hans H. Schlund Was ihr noch seid, bin ich gewesen (Grabinschriften) Carmen Thomas Vom Umgang mit der Leiche Sabinne Grimkowski Was von mir übrig bleibt (Bestattungen...

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Vorlesen, Geschichten, Romane

Hier finden Sie unsere Büchertipps zu den Themen Vorlesen, Geschichten und Romane Autor/-in Buch Heinrich Dickerhoff / Harlinda Lox Märchen für die Seele Carlson / Shield Das kleine Buch für die Seele Mitch Albom Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen Wendy...

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Kinder- und Jugendbücher zum Thema Tod und Trauer

Hier finden Sie unsere Büchertipps zu Kinder - und Jugendbücher zum Thema Tod und Trauer Autor/-in Buch Susan Varley Leb wohl, lieber Dachs Jennifer Day Schließe deine Augen und stell dir einmal vor Else Müller Träumen auf der Mondschaukel Eric-Emmanuel Schmitt Oskar...

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Lese-Empfehlungen

Seit 2020 gibt unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin, Doris Ahrens, die viel und leidenschaftlich liest, hier ihre wertvollen Buchtipps. Bücher, die sie selbst besitzt, stellt sie in der kleinen, aber feinen Hospiz Bibliothek zur Verfügung.
Wir freuen uns sehr darüber, dass sie ihre Leseerfahrungen weitergibt und so richtig Lust aufs Lesen macht!

Simone Dimmerling „Afrika – das Land, das mich Demut lehrte“

Bei diesem Buch hat mich der Titel angesprochen. Also habe ich es gelesen und es hat mich sehr beeindruckt, wie diese junge Frau ihre Liebe zu Afrika entdeckte um dann später, wie sie schreibt, die wertvollste Zeit ihres Lebens dort zu verbringen. Und zwar in Kleinmond in der Nähe von Kapstadt, wo sie einen längeren ehrenamtlichen Einsatz in einem Kinderheim hatte. Sie lernt dieses Land mit seinen Naturschönheiten und Kontrasten kennen ebenso wie die menschenunwürdigen Verhältnisse in den Slums und Townships. Die Situation auf der Farm mit dem Kinderhaus und die Menschen haben ihr gezeigt, wie wichtig Respekt und Demut sind.
Nach diesen Erfahrungen steckt sie nach mehrmaligen Besuchen in Südafrika alle Energie darein, ein Hilfsprojekt ins Leben zu rufen – ein Care Center für die Kinder in Kleinmond.
Zitate der Projektinitiatorin Simone Dimmerling:

„Der Besuch im Township von Kleinmond hat mich nachhaltig beeindruckt. Die Armut mit eigenen Augen zu sehen, die Menschen kennen zu lernen, die in diesen Armutsvierteln leben müssen, mit ihnen zu sprechen und ihre Geschichten zu hören –das alles hat in mir den Wunsch geweckt, zu helfen.

Am meisten hat es mich erschüttert, dass die Kinder und Jugendlichen der Gewalt auf den Straßen schutzlos ausgeliefert sind. Ich war fassungslos als ich die Drogendealer neben den wenigen Spielplätzen und an den Schulwegen stehen sah. Und so beschloss ich für diese jungen Menschen einen sicheren Ort zu bauen.

Da ich dies nicht alleine tun kann, war ich sehr erleichtert als die Vorsitzende von Themba Labantu e.V. zu mir sagte „ich helfe dir“. Diese drei Worte haben alles ins Rollen gebracht und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass wir gemeinsam mit Ihrer Hilfe die Möglichkeit haben, diesen unschuldigen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Eine Zukunft in der Bildung und Unabhängigkeit im Vordergrund stehen.“

Das Projekt „iThemba elitsha – neue Hoffnung e.V.“ wurde 2017 durch die Initiatorin Simone Dimmerling gegründet.

Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Es gibt es in unserer Bibliothek.

 

Ciara Geraghty "Das Leben ist zu kurz für irgendwann"

Zwei Freundinnen für‘s Leben. Eine mutige Entscheidung. Und eine Reise, die alles verändert.

Es ist die Geschichte über die Freundschaft von Terry und Iris. Terry ist mit Leib und Seele Hausfrau und Mutter und lebt mit ihrer Familie in Dublin. Ihre beste Freundin Iris ist an MS erkrankt und hat sich entschlossen, solange sie noch dazu selbst in der Lage ist, ihr Leben zu beenden. Sie hat bereits alles geregelt und will sich auf den Weg in die Schweiz begeben. Terry ist verzweifelt, sie will alles tun, um ihre Freundin davon abzubringen. Sie besteht darauf, sie auf der Fahrt in die Schweiz zu begleiten. Mit dabei ist Terrys dementer Vater. Warum das so ist erfährt man im Anfang des Buches. 

So begeben sich die drei auf einen Roadtrip von Irland über England, Frankreich bis nach Zürich. Auf diesem Weg passiert vieles. 

Es ist eine sehr emotionale Geschichte, trotz der ernsten Themen humorvoll und angenehm leicht zu lesen. Manchmal fand ich die Erlebnisse etwas arg unwahrscheinlich, aber es ist ja ein Roman, hat viel Tiefgang und macht nachdenklich und betroffen.

Alles in allem finde ich ist es ein liebenswertes Buch und lesenswert.

 

Irvin D. Yalom und Marylin Yalom „Unzertrennlich“, Über den Tod und das Leben

Unzertrennlich waren Irv und Marylin seit ihrem 15. Lebensjahr. Eine 65-Jährige Ehe folgte. Eine große Liebesgeschichte. 

Irvin D. Yalom ist einer der bekanntesten Psychotherapeuten Amerikas, er wurde in diesem Jahr 90 Jahre alt. Marylin war eine renommierte Literaturwissenschaftlerin, Buchautorin und Kunsthistorikerin. Sie verstarb 2019 an Krebs.

Als sie wusste, dass der Tod näher rückte, begannen sie dieses Buch zu schreiben.  
„Unsere Beziehung begann und endete mit Büchern“ lautet der erste Satz des Vorworts. So erzählen sie mit Ende 80 rückblickend in jeweils abwechselnden Kapiteln ihr Leben. Es ist nicht nur ein trauriges Buch, sondern getragen von dem Glück das sie erfahren durften, dem Erfolg den sie hatten, ihren vier Kindern und vielen Enkeln, aber natürlich auch davon, sich die Angst einzugestehen zu sterben und den anderen zurückzulassen.

Während sie sich schon mit dem Ende des Lebens vertraut gemacht hat, sträubt er sich gegen das Unausweichliche. Er scheut sich nicht, von seinen Gefühlen, der Angst, der Hilflosigkeit zu berichten – weniger der Angst vor dem eigenen Ende als dem seiner Frau, der Liebe seines Lebens.
Es geht in diesem Buch um die Liebe und das Loslassen, um das Trauern und Weiterleben, um das was von uns bleibt, wenn wir nicht mehr sind.

„Trauer ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir den Mut haben, andere zu lieben.“
Dieser Satz ist dem Briefwechsel der beiden vorangestellt. Sehr wahr und tröstlich.

Benedict Wells „Hard Land“

Der in diesem Frühjahr erschienene 5. Roman von Benedict Wells ist wieder eine „Coming-of-Age-Geschichte“. Er befasst sich also wieder mit der Entwicklung vom Jugendlichen zum Erwachsenen – in diesem Fall ist es der 15jährige Sam, der unter schwierigsten Bedingungen in einer fiktiven Kleinstadt in Missouri lebt.

B.W. lässt seinen Roman mit dem Satz beginnen: „In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb“. Darum geht es in „Hard Land“. Um den schönsten und schlimmsten Sommer im Leben des Jungen. Alle seine Freunde haben den einen Wunsch, dieses Kaff so bald wie möglich zu verlassen. Bis dahin erfinden sie einiges gegen die Langeweile – Mutproben müssen bestanden werden, Partys gefeiert, es wird geraucht und getrunken. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Familie und Heimat.  Melancholisch und wunderschön.

Mich hat erstaunt, wie B.W. die Atmosphäre eines Kaffs in Missouri im Jahr 1985 so lebensnah einfangen kann, obwohl er dort nie gelebt hat. Außerdem hat mich fasziniert, wie er die verschiedenen Jugendlichen zeichnet, in ihren Stärken, Schwächen und Eigenheiten.

Es gibt dieses Buch in unserer Bibliothek.

 

Rachid Benzine „Als ich ihr Balzac vorlas“ Die Geschichte meiner Mutter

Rachid Benzine ist es gelungen, in knapp 100 Seiten das Leben seiner Mutter zu schildern. Er tut es auf berührende Weise. Die Familie – seine Eltern, er und seine vier Brüder – waren in den 50er Jahren von Marokko nach Belgien gekommen, wo sie in einer 2-Zimmer-Wohnung lebten. Der Vater starb früh. Er, der Jüngste, inzwischen Universitätsprofessor, entschied sich später, seine alte Mutter zu pflegen. Er wäscht sie, er wechselt die Windeln, er füttert sie, redet mit ihr und liest ihr vor, Balzac, immer nur Balzac. Sie will nichts anderes hören.

Elke Heidenreich schreibt über dieses Buch:

„Es hat keine 100 Seiten und ist von einer großen liebevollen Ruhe und Zärtlichkeit. Es endet mit dem Satz: „Mein größter Reichtum in diesem Leben ist, dass ich sie lieben konnte.“ Und wie er diese Liebe beschreibt: Das ist lesenswert in diesen Zeiten des Jammerns.“

Dem möchte ich nichts mehr hinzufügen.

Das Buch gibt es in unserer Bibliothek zu finden unter der Rubrik „Spiritualität, Erfahrungsberichte, Biografien“.

David Wagner„Der vergessliche Riese“ (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek unter der Rubrik Demenz zu finden.)

Es ist eine Erinnerungsreise in die Vergangenheit, auf die David Wagner seinen dementen Vater nimmt. Er zeigt ihn als Menschen, der zwar noch in der Gegenwart lebt, aber allmählich verschwindet. Berührend ist, welche Zärtlichkeit der Erzähler dem Vater bei seinen Besuchen und zahlreichen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit entgegenbringt.

Die dahinplätschernden Dialoge sind manchmal komisch, manchmal schmerzlich aber immer würdevoll. Und obwohl die Demenz langsam voranschreitet, verläuft sie ohne Schrecken. Der Leser bekommt ein Bild über die Lebensgeschichte des „Kranken“ und seine interessante Familiengeschichte, eingebettet in die Geschichte der Bundesrepublik. Zum Ende des Buches sagt der Vater: „Weißt du Freund (so nennt er seinen Sohn, wenn ihm der Name nicht einfällt), oft weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich weiß. Ich spüre, da ist etwas, kann es aber nicht greifen – als ob etwas in mir immer wieder ins Leere fassen würde. Und dann funktioniert der Greifer plötzlich wieder, und ich weiß, dass…..dass….“

Für mich ist es ein wunderbares Buch, voller Zauber und Charme, das zeigt, dass die Diagnose Demenz nicht nur mit Schrecken verbunden sein muss.

 

Wendy Joseph (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.) "Das Geheimnis des Cellolehrers“

Prolog: „Tritt sanft, denn du trittst auf meine Träume….“

Es ist Wendy Josephs erster Roman, denn eigentlich ist sie Richterin am Obersten Gerichtshof „Old Bailey“ in London. Sie wurde als erste Frau dorthin berufen.

Der Titel klingt vielleicht etwas seicht, aber der Roman ist alles andere als das.

Es ist die fesselnde Geschichte dreier Freundinnen an einer streng geführten, renommierten Mädchenschule in England kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges.

Eine davon, nämlich Lacie, beginnt 70 Jahre später, kurz vor ihrem Tod in einem Pflegeheim, ihre verdrängten Erinnerungen aufzuschreiben, ehe sie zum Schluss die volle Wahrheit erfährt.

Die Andere ist die selbstbewusste Alice, die eine schlimme Erfahrung in sich trägt, und die Dritte ist die aus Deutschland geflohene Jüdin Celia.

Eifersucht, Misstrauen, Intrigen und der heraufziehende Weltkrieg belasten die Freundschaft mehr und mehr, bis die Ereignisse ihren dramatischen Lauf nehmen (bis hin zur)und in eine Katastrophe münden.

Die Geschichte ist wechselnd geschrieben zwischen damals und heute, was, wie ich finde, einen besonderen Reiz ausmacht. Sie macht auch deutlich, welche fatalen Folgen es haben kann, wenn Menschen wider besseren Wissens andere falsch beurteilen, wenn nicht sogar verurteilen.

Katja Riemann (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.) „Jeder hat. Niemand darf.“

Projektreisen

Ich kannte sie bisher als großartige deutsche Schauspielerin, wusste aber nicht von der anderen Seite der Katja Riemann, nämlich, dass sie seit 20 Jahren als UNICEF-Botschafterin in der Welt unterwegs ist.

Nun hat sie ein Buch über ihre Projektreisen geschrieben. Nach der abgesagten Leipziger Buchmesse im März (Corona) hat sie im Gespräch in der virtuellen Buchmesse dieses Buch vorgestellt. Mich hat das Thema sofort interessiert und so habe ich das Buch gelesen und es hat mich sehr bewegt.

Zitat Katja Riemann:

„Der Titel meines Buches ist inspiriert von der >Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte<. Fast alle 30 Artikel beginnen mit den Worten >Jeder Mensch hat…< oder >Niemand darf…<: >Jeder (…) hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person< (§3) >Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.< (§4)<<

Mit großem Mut und Engagement hat sie diese Reisen für UNICEF unternommen und konfrontiert uns Leser mit Kinderschicksalen in Rumänien, Frauenschicksalen im Kongo, mit Kindersoldatenschicksalen und Menschenhandelsschicksalen. Sie beschreibt die Dinge schonungslos, schockierend und manchmal auch ein bisschen burschikos und mit Humor. Sie erzählt diese Geschichten, weil sie anders sein sollten. Und zum Glück erzählt sie von vielen Menschen, die dafür sorgen, dass sie hier und da tatsächlich anders werden.

Ein Buch, das nachdenklich macht.

Gisela Steinhauer "Der schräge Vögel fängt mehr als den Wurm"

Wir haben ein neues Buch in unserer Bibliothek. Ich habe es mit Vergnügen gelesen. Es handelt von Menschen mit Mut zum Neuanfang. Gisela Steinhauer, mehrfach ausgezeichnete Radiojournalistin, hat auf ihren Reisen rund um die Welt tausende Interviews mit außergewöhnlichen Menschen geführt, wovon sie einige davon in diesem Buch zusammengefasst hat. 

Ihre „schrägen Vögel“ können unterschiedlicher nicht sein. Z.B. der U-Boot-Kommandant, der zum Schamanen wird, eine Bembel-Töpferin, die zur Wüstenführerin wird, Max Kruse, der Sohn der Puppenkünstlerin Käthe Kruse,Günter Grass, Hape Kerkeling oder der Bestatter Fritz Roth. Sie führt ihre Interviews klug und sensibel und macht uns als Leser nachdenklich. Sie schreibt humorvoll und amüsant, und zwischen ihren Interviews gibt sie auch viel Persönliches von sich preis.

Ein Lesevergnügen!

Carola Thimm mit Diana Müller „Mein Leben ohne mich“ Wie ich 5 Jahre im Koma erlebte.

In diesem Buch schreibt Carola Thimm ihre eigene Geschichte, nämlich über die fünf Jahre ihres Lebens, die sie im Wachkoma verbrachte.

Sie ist im fünften Monat schwanger, als beim Joggen in ihrem Gehirn ein  Aneurysma platzt. Sie schwebt zwischen Leben und Tod. Die Prognosen für sie klingen rabenschwarz. Die erste Zeit wird sie in einer Klinik behandelt. Dort wird sie von einem gesunden Mädchen entbunden. Von all dem weiß sie später nichts. Nicht einmal mehr, dass sie überhaupt schwanger war. Später verlegt man sie in ein Altenheim in ihrem Heimatort. Die großen Bemühungen der Pflegenden und Therapeuten, die sie nie aufgeben und ihr eigener Lebenswille führen schließlich dazu, dass sie trotz vieler Rückschläge allmählich ins Leben zurückkehrt. Nicht zuletzt mit Hilfe ihrer nächsten Angehörigen, allen voran ihre Mutter, die sie nie aufgegeben haben und immer an das Wunder geglaubt haben.

„Hoffnung macht die Welt wieder heller. Hoffnung bringt einem die Träume zurück, die man schon lange begraben hatte, Hoffnung macht lebendig.“

Es erzählen abwechselnd die ihr nächsten Menschen. Ihre Mutter, Schwester, Therapeutin, Altenpflegerin und als es ihr wieder möglich ist, sie selbst.

Die letzten Sätze in ihrem Buch:

„Ich bin sechsundvierzig Jahre alt, die Zukunft liegt vor mir und ich freue mich darauf. Alles ist gut. Ich lebe.

 

 

 

Louise Brown "Was bleibt, wenn wir sterben"

Erst der Verlust ihrer Eltern, die in kurzem Abstand voneinander starben, hat die Journalistin Louise Brown dazu gebracht, sich dem Thema Tod zu stellen. 
Sie bezeichnet diesen Verlust als eine Wegmarke in ihrem Leben. Nichts war danach wie zuvor. Sie lässt uns teilhaben an ihrem Weg durch die Trauer. Was es heißt, sterblich zu sein. Wie man an seiner Vergänglichkeit wachsen kann und wie man mit der Tatsache sterben zu müssen Frieden schließen kann.
Sie wird zur Trauerrednerin. Lernt, den Hinterbliebenen zuzuhören, um dann bei der Trauerfeier aus dem Leben der Verstorbenen zu erzählen und dem schwierigen Moment des Abschiednehmens menschliche Wärme und Trost zu verleihen. Aus all den Gesprächen mit Angehörigen nimmt sie Wertvolles mit, woran sie uns in diesem Buch teilhaben lässt. Vieles aus ihrem eigenen Leben fließt mit hinein und so wird es zu einem tröstenden und befreienden Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind.
Ich habe es als ein sehr persönliches und ehrliches Buch empfunden, das ganz generell und besonders in schweren Lebensphasen eine Hilfe sein kann.

 

 

Raynor Winn „Der Salzpfad“, Mit Zelt und Rucksack in ein neues Leben

Es gehört schon sehr viel Mut dazu, nachdem man sein Zuhause verloren hat und mit einer drohenden tödlichen Erkrankung konfrontiert ist, das Allernötigste in zwei Rucksäcke zu packen und sich auf dem South West Coast Path (Englands längster Fernwanderweg an der Südküste) über tausend Kilometer lang auf den Weg zu machen. 

Genau dazu entscheiden sich Raynor und Ehemann Moth. Sie sind um die 50 Jahre alt, lassen erwachsene Kinder zurück, Moth ist von einer unheilbaren Nervenkrankheit schon gezeichnet. Sie sind jetzt obdachlose Vagabunden, haben 50 Euro pro Woche zur Verfügung, Ernährung und Hygiene lassen zu wünschen übrig, sie setzen sich zeitweise großen Strapazen aus. Doch sie werden immer mehr eins mit der Natur. Landschaft und Naturereignisse beschreibt Raynor auf wunderbare, manchmal schon poetische Weise. Immer wieder haben sie Begegnungen, die ihren Blick auf Mitmenschen verändert.

Sie sind losgelaufen, um sich ihr Leben und ihre Würde zurückzuholen und das ist ihnen gelungen.

Zum Schluss ihres Reisetagebuches schreibt Raynor:

„Ich hatte keine Ahnung, was die Zukunft bringen und wie unsere wilden, freien Monate auf dem Coast Path sie prägen würden. Ich wusste nur, dass wir den leicht salzigen Brombeeren glichen, die in den letzten warmen Sonnenstrahlen des Sommers genau die richtige Süße bekamen, und dieser perfekte Moment war alles, was wir brauchten.“

Das Buch findet ihr in unserer Bibliothek.

Simone Lappert „Der Sprung“

„Der Sprung“ ist der zweite Roman der jungen Schweizer Autorin Simone Lappert.
Sie wird in der Fachpresse als „Aufsteigerin der Literatursaison“ gefeiert.

Zuerst erweckt der Roman den Eindruck als wäre er eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Zehn völlig unterschiedliche Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten leben in einer fiktiven Kleinstadt nebeneinander her bis eine junge Frau, die sich auf dem Dach eines Miethauses befindet, dort randaliert, und es sieht so aus, als ob sie sich von dort herunterstürzen will. Unten auf dem Platz versammeln sich die Menschen der Stadt aus Neugier, aus Sensationslust, um dabei zu sein, wenn sie springt.

Wir erfahren die Schicksale von zehn Bürgern dieser Stadt und so fügt sich ein Puzzlestück an das nächste bis ein Bild entsteht, das alle Verflechtungen und Beziehungen miteinander vereint.
Da ist  u. a. Manus fürsorglicher Freund Finn, der Polizist Felix, der sie vom Suizid abhalten will und selber unter einem schweren Trauma leidet, das Ehepaar eines Lebensmittelladens, dessen Existenz bedroht ist, die lebenskluge Cafébesitzerin Roswitha („Wenn du mich fragst, ist sie zum Springen zu wütend. Wer wütend ist, hat noch etwas zu verlieren“)

Einen Tag und eine Nacht hält die Stadt den Atem an und wir Leser mit.
„Warum müssen mich nur ständig Leute so ansehen, so seltsam. Als wäre meine Biographie ein Dachboden, auf dem man herumwühlen und interessante Sachen finden kann.“ sagt Manu, die junge Frau.  
Der Roman führt uns vor Augen, dass wir an vielen Schicksalen vorübergehen oder ihnen voreingenommen gegenüberstehen.
Toll geschrieben mit einem verblüffenden Ende.

Das Buch findet ihr in unserer Bibliothek unter der Rubrik „Romane“.

Silke Szymura „Ein Teil von mir“ (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.)

Ich habe dieses Buch soeben gelesen und es hat mir viel gegeben, insbesondere in der Bewältigung meiner Gefühle während der Begleitung einer guten Freundin in ihrer letzten Lebensphase.

Durch den frühen und plötzlichen Tod ihres Lebenspartners  wurde Silke Szymura aus ihrem jungen, sorgenfreien Leben herausgerissen und musste trotz Schmerz und „mit Hilfe der Trauer“ ihren Weg zurück in ein neues, auf andere Art wieder gutes Leben finden.

Sie beschreibt sehr persönlich und einfühlsam ihre Erfahrungen und intensive Beschäftigung mit der Trauer. Das macht sie sehr behutsam und unaufdringlich und vor allem mit großem Verständnis für jede Art der Trauerverarbeitung, weil jeder seinen ganz eigenen Weg finden muss.

Zu Beginn des Buches schreibt sie: „In der Trauer hilft nur trauern“. Das sagt eigentlich alles. Trauer hält sich weder an einen Zeitplan noch an irgendwelche Modelle, die wir für sie entworfen haben. Trauer ist einfach so, wie sie ist.

Ich halte das Buch für sehr wertvoll und lesenswert, weil wir alle im Leben Verluste erleiden und einen Weg finden müssen, Trauer anzunehmen und liebevoll mit ihr umzugehen. Ich kann es mir vorstellen als „Handbuch“ für zu Hause, um immer mal wieder reinzuschauen.

Susann Pásztor (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.) „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“

Der Roman von Susann Pásztor hat mich sehr berührt. Sie schreibt ohne Sentimentalität, aber dennoch sehr einfühlsam über die letzte Lebenszeit und schließlich das Sterben der krebskranken Karla. Karlas ehrenamtlicher Sterbebegleiter Fred Wiener fühlt sich in seiner ersten Begleitung fast überfordert, was in einem Wortwechsel zwischen ihm und Karla deutlich wird, als er zu ihr sagt „er wolle lernen es auszuhalten, dass Menschen sterben“ und sie antwortet „Sie wollen das erst lernen? Sie können das noch nicht?“ Darauf Fred: Es ist mein erstes Mal“. Karla: „Was für ein Zufall. Bei mir ist es auch das erste Mal.“

So ist das Buch keine deprimierende Lektüre, sondern manchmal  auch humorvoll und tragikomisch (wenn der Humor auch manchmal schwarz ist).

Parallel zu der Geschichte um Karla erfährt man um die schwierige Beziehung zwischen dem alleinerziehenden Vater Fred und seinem 13-jährigen Sohn Phil, der in Kontakt zu Karla gerät und eher spürt als der Vater worauf es ankommt. Karla entscheidet sich zum Schluss, ihr Leiden mit Sterbefasten abzukürzen, was sie mit Würde und begleitet von ein paar Menschen, die ihr in ihren letzten Tagen zur Seite stehen, vollzieht.

So wird diese Zeit für alle Beteiligten zu einer großen Veränderung und Erfahrung.

Die persönlichen Erkenntnisse der Autorin, die selbst auch Sterbebegleiterin ist, werden ausdrucksvoll im Roman deutlich.

 

Flor Schmidt (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.) „Weiter als das Ende“

Wie mit dem Tod meines Sohnes etwas Neues begann.

Dieses Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil es mich so sehr gefesselt hat.

Es ist ein Trauerbuch und gleichzeitig ein Buch über die Liebe. Flor Schmidt beschreibt darin den  Unfalltod ihres 17jährigen Sohnes Nicolai und ihren Entwicklungsweg durch die Zeit danach.

Alle Phasen der Trauerarbeit werden spürbar – Schmerz, Entsetzen, Zweifel, Verwirrung, Erschöpfung, Hadern, Schreien und Fluchen. Es wird deutlich, dass Trauerarbeit Schwerstarbeit ist. Es geht darum loszulassen. Ohne zu wissen, was kommt. Zu vertrauen. Und vor allem geht es um die Liebe. Die Liebe zu ihrem verstorbenen Sohn, an den sie E-mails schreibt, die Liebe zu ihrem anderen Sohn, ihrem Mann, den Menschen, der Natur und dem Leben.

Die Abschnitte des Buches, das war mir aufgefallen, beinhalten alle den Begriff „Zeit“, wie z.B. „Haltet die Zeit an“ – „Verzei(h)t mir“ – „Reisezeit“ – „Rechtzeitig“ – „Wendezeit“ ……

„Heilung geschieht, wenn die Zeit reif dafür ist“. Immer wieder zurückgeworfen werden, Steine aus dem Weg räumen und dann wieder einen Schritt weiter gehen.

Auf ihrem Weg beschreibt sie auch immer wieder, wie gut es tut, von einfühlsamen Menschen begleitet zu werden, die einfach nur da sind und das Schwere mittragen.

Es sind nun viele Jahre vergangen. Flor Schmidt hat aus der Trauer herausgefunden. Sie ist Heilpflanzenexpertin, gibt Kräuterseminare, ist Trauerbegleiterin und hat mit einer anderen Mutter, die  das gleiche Schicksal erlitten hat, eine Gesprächsgruppe für verwaiste Eltern gegründet. Außerdem hat sie zwei Bücher über Heilpflanzen veröffentlicht.

 

Matthias Brandt (Dieses Buch ist in der Hospiz-Bibliothek zu finden.) „Blackbird“

Dieser Roman, der eine Geschichte über das Erwachsenwerden eines Jungen in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist, ist meiner Meinung nach eine Lektüre für jedes Alter. Er spiegelt sehr überzeugend die Atmosphäre von damals wider, ist aber eigentlich übertragbar in jede Zeit.

Der Junge Morten Schumacher verliebt sich mit allen Höhen und Tiefen und Enttäuschungen. Gleichzeitig erkrankt sein bester Freund schwer und Morton wird konfrontiert mit Krankheit, Hoffnung auf Heilung und letztendlich doch Tod des Freundes. Das alles ist sehr viel für einen jungen Menschen und Matthias Brandt versteht es wunderbar, die Traurigkeit und trotzdem auch die unbändige Sehnsucht nach Leben spüren zu lassen.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Es sind Begegnungen mit Menschen,
die das Leben lebenswert machen.

Guy de Maupassant

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