Können wir vertrauensvoller sterben, wenn wir tief im Glauben verankert sind? Bedeutet Glaube an ein Danach, dass ich leichter sterbe, eher loslassen kann? Viele Fragen – letztendlich können wir uns in der Sterbebegleitung immer wieder nur annähern. MIT- Erfahren, MIT- Erleben, MIT- Tragen. Und MIT- unter heilige Momente erleben.

Ich hatte das große Glück, dass ich meinen Vater bis zu seinem letzten Atemzug begleiten durfte. Am Tag vor seinem Tod bat er mich ein Blatt Papier und Bleistift zu holen. In der Nacht zeichnete er, schon sehr geschwächt und unter größter Atemnot, eine Brücke, die über einen Fluss führt, hin zu einer anderen Seite. Mein Vater war, wie ich es auch bin, kirchenfern, doch, so glaube ich, vertrauender Mensch. Das Bild zeigte mir, es gab ein Danach für ihn, ein Ziel. Er ging auf etwas zu. Und er hat mir mitgegeben, dass wir in der Sterbebegleitung auch eine Art Brückenbauer sein können, wenn sich die Grenzen von Körper, Raum und Zeit auflösen, da sein und den letzten Weg eines Menschen eine Weile MIT- Gehen.

Dort werden wir ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben. Das ist es, was am Ende sein wird ohne Ende.

Heiliger Augustinus