Liebe sein

Liebe sein

Mein Gott, ich wünschte mir, ich könnte Liebe sein,

mich überlassen diesem Strömen, das nie endet.

Ich gliche dann dem milden goldnen Sternenschein,

der seiner Zärtlichkeit bedingungslos verschwendet.

 

Mein Gott, ich wünschte mir, ich könnte Liebe sein,

und würde sanft an jedes Lebewesen denken.

Ich ließe ab vom Kämpfen, davon, hart zu sein,

und würde allem, was mich sticht, Vergebung schenken.

 

Mein Gott, ich wünschte mir, ich könnte Liebe sein,

ich könnte sein, was ich längst bin, am Seelengrunde.

Im Mysterium der Liebe bin ich endlich Dein,

der Erde zugewandt mit ihrer Herzenswunde.

 

Aus „Dorn der Liebe“ von Giannina Wedde.

 

 

 

Wie viele von uns wissen, was ihre Seele ist?

Wie viele von uns wissen, was ihre Seele ist?

Wie viele von uns sind sich sicher, dass sie eine Seele haben? Ich glaube, dass wir alle in uns selbst fühlen, dass es ein ‘Etwas’ gibt, das wir nicht beschreiben können – ein Etwas, von dem wir fühlen, dass es ewig leben wird.
Niemand von uns erwartet, diesen rein materiellen Körper, so wie wir ihn wahrnehmen, auferstehen zu sehen. Erwarten wir wirklich die Auferstehung des rein materiellen Körpers …?
Edgar Cayce

Denn erst wenn du zum Retter…

Denn erst wenn du zum Retter…

Denn erst wenn du zum Retter,
zu einer Hilfe für eine Seele wirst,
die keine Hoffnung mehr hat,
die vom Weg abgekommen ist,
verstehst du den Gott im Inneren,
den Gott im Äußeren, ganz und gar.

Edgar Cayce

Fürchte Dich nicht

Fürchte Dich nicht

Schick mir keinen Engel,
der alle Dunkelheit bannt,
aber einen
der mir
ein Licht anzündet.

Schick mir keinen Engel,
der alle Antworten kennt,
aber einen
der mit mir
die Fragen aushält.

Schick mir keinen Engel,
der allen Schmerz wegzaubert,
aber einen
der mit mir
Leiden aushält.

Schick mir keinen Engel,
der mich über die Schwelle trägt,
aber einen
der in dunkler Stunde
noch flüstert:
Fürchte dich nicht.

(Elisabeth Bernet)

Achte gut auf diesen Tag

Achte gut auf diesen Tag

denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi, persischer Dichter und Mystiker

Trauer ist kein ferner Ort

Trauer ist kein ferner Ort

Trauer ist kein ferner Ort hinter den Schatten,

kein leises Gift, das jeder einsam trinken muss.

Sie ist die Wunde, die in allen Menschen offen bleibt,

und an der Grenze unseres Vermögens

ist sie die Frage nach Gefährtenschaft.

Aus dem Trost und Trauerbuch von Giannina Wedde